Sept. 2026: Nicht über, sondern mit Menschen forschen

Kopfhörer – und die jetzt zu Gesundheitszentralen direkt am Körper weiterentwickelt werden. Fotos: Universität Oldenburg / Daniel Schmidt
Forschungsbeiräte bringen Bürger*innen näher an die Wissenschaft – und Wissenschaftler*innen näher an die Lebensrealität der Menschen, für die sie forschen. Ein Besuch beim Beirat des Bremen-Oldenburger Graduiertenkollegs HEARAZ, das sogenannte Hearables zu Gesundheitszentralen am Ohr machen will.
Aufmerksam studiert Hans-Jürgen Hagenah das Bild, das die Mira Richts ihm herübergereicht hat. Nach einem Studium der Hörtechnik und Audiologie in Oldenburg promoviert sie gerade am Fachbereich Informatik der Universität Bremen und will das Hörgerät zu einem Analysewerkzeug weiterentwickeln. Dafür spielt die Zeichnung, die später noch für angeregte Diskussionen sorgen wird, eine Rolle. Jetzt aber beschreibt der 74-Jährige erst einmal, was er auf dem Bild sieht: Eine Frau mit Schürze steht in einer Küche und wäscht einen Teller ab. Weil der Wasserhahn weiterläuft und das Becken längst voll ist, fließt das Wasser schwallartig auf den Boden. Im Hintergrund ist ein Junge auf einen Hocker geklettert, um die im Schrank deponierte Keksdose zu erreichen. Dabei gerät er ins Straucheln. „Was macht das Mädchen daneben?“, fragt Richts. „Das Mädchen streckt die Hand aus und hofft, einen Keks abzugreifen“, beschreibt Hagenah.
Dass es bei dem Gespräch der beiden um mehr als einen Plausch geht, verrät das Ansteckmikrofon, das Hagenah trägt. Der Petersfehner ist Mitglied im Forschungsbeirat des gemeinsamen Graduiertenkollegs „Hearable-zentrierte Assistenz“ der Universitäten Oldenburg und Bremen. „Hearables“ sind am Ohr getragene Geräte wie etwa Kopfhörer oder Hörgeräte. In HEARAZ – so die Abkürzung – erforschen Richts und neun weitere Promovierende, wie aus Hörgeräten kleine Gesundheitszentralen am Ohr werden, die mehr können, als nur für gutes Hören zu sorgen.
Mira Richts will demnächst mit Proband*innen Sprachproben am Rehazentrum Oldenburg und in der Uniklinik für Geriatrie am Klinikum Oldenburg erheben. Heute probiert sie mit Hans-Jürgen Hagenah und anderen Beiratsmitgliedern ihren geplanten Versuchsaufbau aus. „Kognitive Veränderungen wirken sich auf unsere Sprache aus“, erklärt sie. Sie will deshalb am Cognitive Systems Lab der Universität Bremen einen Computeralgorithmus entwickeln, der anhand von Sprache erkennt, ob eine Person an einer Demenz leidet – oder an einem vorübergehenden Verwirrtheitszustand, dem sogenannten Delir.
Hearables könnten mit diesem Algorithmus im Alltag als Frühwarnsystem für kognitive Auffälligkeiten funktionieren – zum Beispiel, indem Hörgeräte und moderne Kopfhörer mit ihren eingebauten Mikrofonen Veränderungen in der Sprache ihres Trägers registrieren. Gesundheitsbezogene Anwendungen für solche „Hearables“ zu entwickeln, ist das Ziel des Graduiertenkollegs.
Mira Richts, die vor ihrer Tätigkeit in Bremen an der Universität Oldenburg studiert hat, will als Datenbasis „spontane Sprache“ einfangen. Dafür benötigt sie freie Erzählungen und möglichst natürliche Gespräche. Das Bild mit der Küchenszene dient als Einstieg. Gezielte Fragen und bewusste Themenwechsel sollen das Gespräch so natürlich wie möglich am Laufen halten.
„Wenn ich den Eindruck habe, ich werde abgefragt, spreche ich anders. Aber meine Gesprächspartnerin wirkte, als hätten wir uns zufällig getroffen und als wäre sie wirklich interessiert an mir“, sagt Renate Lass. Die Sympathie zwischen den Forschenden, die Daten erheben, und den Menschen, mit denen sie sprechen, sei nicht zu unterschätzen, findet sie. Renate ist 84 Jahre alt, und reist zu den Treffen des Beirats aus Bad Zwischenahn an. Dass sie selbst nicht mehr ganz so gut hört wie früher, sei mit ein Grund dafür gewesen, sich zu melden, als sie vom Forschungsbeirat in der Zeitung gelesen hat, sagt sie.
Seit vergangenem Jahr begleiten rund zehn Personen, die selbst nicht aus der Wissenschaft kommen, die Doktorand*innen und Professor*innen des Graduiertenkollegs. Den Forschungsbeirat organisieren die Doktorand*innen Charlotte Janning, Gesine Buurman, Julia Terveen und Buğse Yüceer. Viele Beiratsmitglieder kommen aus Oldenburg und Umgebung. Berbel Häseker fährt jedes Mal eine Dreiviertelstunde aus Bremerhaven, um an den Treffen teilzunehmen. Sie betreut als Betroffene mehrere Selbsthilfegruppen für Schlaganfallpatient*innen im Nordwesten. „Dadurch komme ich mit vielen Menschen in Kontakt, deren Perspektive ich hier einbringen will“, sagt sie.
Die Blickwinkel von Betroffenen in die Forschung einfließen zu lassen – genau darum geht es bei Forschungs- oder Patient*innenbeiräten. „Gerade in der Grundlagenforschung treffen die Wissenschaftler*innen kaum oder selten auf Patient*innen. Beiräte tragen dazu bei, dass sie Einblicke in das Leben der Menschen bekommen, die später von ihrer Arbeit profitieren könnten“, erklärt PD Dr. Anna Levke Brütt. Sie forscht an den Universitäten Oldenburg und Hamburg dazu, wie Bürger*innen in die gesundheitsbezogene Forschung einbezogen werden können und wie sich ihr Einfluss auf die Forschung messen und bewerten lässt.
Ein gutes Beispiel dafür, dass Außenstehende oft einen anderen Blick haben als Forschende ist zum Beispiel die Zeichnung, die Mira Richts in ihrer Studie nutzen will, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Sie ist nicht zufällig gewählt: Das „Cookie Jar Theft“-Bild ist vor mehr als 50 Jahren in den USA entwickelt worden, um damit sprachdiagnostische Verfahren durchzuführen und bis heute in vielen weiteren Studien zum Einsatz gekommen.
Während einigen Oldenburger Beiratsmitgliedern spontan viele eigene Geschichten zu dem Bild einfallen, halten andere das Bild für wenig anschlussfähig. „Mutter mit Schürze in der Küche – das ist nicht meine Welt, sondern eher wie eine Filmszene“, stellt Berbel Häseker fest. Dementsprechend wenige persönliche Erinnerungen habe das Bild bei ihr ausgelöst. Ein anderes Beiratsmitglied konnte das Wort „Cookie Jar“ auf der Keksdose nicht entziffern – ein mögliches Problem für Menschen, die schlecht sehen oder kein Englisch können.
„Es stimmt schon: Die Zeichnung ist stereotypisch für einen bestimmten Kulturraum und eine gewisse Zeit“, sagt Mira Richts. Andererseits sei sie eben auch gut etabliert und habe sich vielfach bewährt. „Ich finde die Gedanken spannend. Vielleicht kann ich später einmal mit anderen Gesprächseinstiegen arbeiten.“
Die Balance zwischen dem lebensnahen Input der Bürger*innen und den oftmals strengen wissenschaftlichen Standards zu finden, gehört zu den Herausforderungen, die partizipative Forschung mit sich bringt. „Die Doktorand*innen können im Rahmen ihrer Projekte natürlich nicht jeden Vorschlag umsetzen, aber sie sollen sich mit den Anregungen beschäftigen“, sagt Anna Levke Brütt. „Für uns steht die Frage im Mittelpunkt: Wo gibt es Ansatzpunkte, die Forschung menschenzentrierter zu machen?“ Jede Anpassung, die das ermöglicht, mache auch die Forschung selbst besser – weil sie zu lebensnäheren Ergebnissen führe, die schneller denjenigen zugutekommen können, denen sie nützen.
Weitere Informationen über und Beispiele für die Zusammenarbeit der Universitäten Oldenburg und Bremen finden Sie hier: https://northwest-alliance.de/
Juli 2026: Vortrag auf der IEEE EMBC 2026 in Toronto
Vom 26. bis 30. Juli vertrat die Doktorandin Neha Nageswaran das Graduiertenkolleg HEARAZ auf der IEEE Engineering in Medicine and Biology Society (EMBC 2026) in Toronto, Kanada. Auf der Konferenz präsentierte sie ihren Beitrag mit dem Titel „Selective Fusion of Markerless Motion Capture Camera System to Detect Gait Perturbations“. Die Arbeit befasst sich mit der Fusion von Kamerasystemen und perturbierten Laufbändern zur Ganganalyse und legt damit den Grundstein für das Projekt M1.

Die Konferenz bot eine internationale Plattform für den Austausch mit weltweit führenden Experten aus den Bereichen biomedizinische Signalverarbeitung und KI im Gesundheitswesen und lieferte wertvolle Erkenntnisse für anstehende experimentelle Studien zu Hearable-basierten Assistenzsystemen.
Über ihren Vortrag hinaus bot die Konferenz eine hervorragende Plattform, um sich mit internationalen Forschern mit ähnlichem technischen Hintergrund zu vernetzen, neue Kontakte zu knüpfen und Einblicke in eine Vielzahl aufstrebender Bereiche der Biomedizintechnik und Gesundheitstechnologie zu gewinnen.
Juli 2026: Workshop „Across Cultures, Across Power: Intercultural Communication, Everyday Racism and Inclusive Practice“
In zwei Sitzungen nahmen die PhDs des Graduiertenkollegs an einem Workshop teil, der von Annelie Wambeek und Nadine Binder geleitet wurde. Der Workshop war für alle PhDs der Universität geöffnet und einige externe PhDs haben sich angeschlossen.
Während der Diskussionen über kulturelle Hintergründe, disziplinäre Normen und soziale Identitäten gab es Raum für die Reflexion über eigene Erfahrungen, Rollen, Privilegien und Einflussbereiche. Die beiden Coaches gaben Beispiele für praktische Strategien für Selbstfürsorge, Allianzen, Unterstützung und Adressierung von Problemen, wertschätzende Kommunikation und inklusive Zusammenarbeit. Dies wird die Art und Weise beeinflussen, wie die PhDs zukünftig miteinander zusammenarbeiten und kommunizieren.

Juli 2026: Teilnahme am 23. IAGG World Congress of Gerontology and Geriatrics
Im Juli 2026 nahmen Buğse Yüceer und Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann am 23. IAGG World Congress of Gerontology and Geriatrics in Amsterdam, Niederlande, teil. Im Rahmen des HEARAZ-Graduiertenkollegs präsentierte Buğse Yüceer ein Poster zur Rolle hörunterstützender Technologien für die soziale Gesundheit von Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf.
Das Scoping Review zeigte das Potenzial dieser Technologien zur Förderung von Kommunikation, sozialer Teilhabe und Beziehungsqualität auf und identifizierte gleichzeitig Stigmatisierung im Zusammenhang mit Hörverlust und der Nutzung von Hörhilfen als wichtige Herausforderung.
Der Kongress bot eine hervorragende Gelegenheit, laufende Forschungsarbeiten vorzustellen, sich mit internationalen Expert:innen auszutauschen und aktuelle Entwicklungen im Bereich des gesunden Alterns sowie zu Hören und sozialer Gesundheit zu diskutieren.

Juni 2026: 3rd World Falls Congress
Vom 24. bis 26. Juni 2026 fand in Manchester der „3rd World Falls Congress“ statt. Auch HEARAZ war vertreten: Lea Feld präsentierte in einer Lightning Round das Poster „Algorithm to detect gait perturbations: Generalization regarding participant group and perturbation protocol“. Die Ergebnisse zeigen, dass der Algorithmus Gangstörungen auch bei einer neuen, älteren Personengruppe und unter veränderten Bedingungen zuverlässig erkennen konnte. Dies unterstreicht sein Potenzial für zukünftige alltagsnahe Anwendungen in der Sturzprävention.
Neben dem wissenschaftlichen Austausch bot der Kongress eine tolle Gelegenheit, internationale Kontakte zu pflegen und alte Bekannte wiederzutreffen. Die lebendige Atmosphäre und die beeindruckende Stadt Manchester machten den Kongress zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.

April 2026: Begehung der Northwest Alliance
Die Universitäten Oldenburg und Bremen bewerben sich gemeinsam als „Northwest Alliance“ um den Titel „Exzellenzuniversität“. Die Begehung durch internationale Gutachter fand vom 28. bis 29. April 2026 statt. Auch HEARAZ war vertreten und hat seine Forschungsarbeiten sowohl in den Schwerpunktbereichen „Brain Health – Hearing & Assistive Technologies“ als auch „Human centered AI“ vorgestellt.

März 2026: März 2026: Zweites Treffen des Hearaz-Forschungsbeirats
Am 26. März 2026 fand das zweite Treffen des HEARAZ-Beirats an der Universität Oldenburg statt. Die Sitzung wurde von Prof. Dr. Andreas Hein eröffnet, der die Mitglieder begrüßte und die Ziele sowie die Vision des Graduiertenkollegs HEARAZ noch einmal kurz vorstellte.
Im Rahmen des Treffens präsentierten Nachwuchswissenschaftler*innen ihre Forschungsprojekte zur Erkennung von Schluckstörungen und Sekundenschlaf mithilfe von Hearable-Technologien. Im Mittelpunkt standen patient*innennahe Fragestellungen, technische Herausforderungen sowie ethische und praktische Aspekte der geplanten Studien.
Die Beiratsmitglieder brachten wertvolle Perspektiven aus dem Alltag und der Patient*innensicht ein. Diskutiert wurden unter anderem Datenschutz, Nutzbarkeit im Alltag und die praktische Relevanz der Forschungsansätze.
Der Austausch zeigte erneut, wie wichtig partizipative Forschung für HEARAZ ist. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Forschenden und Beirat sollen Technologien entwickelt werden, die sich stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen von Nutzer*innen orientieren.

März 2026: 28. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Audiologie e.V. (DGA)
Vom 04. bis 06. März 2026 fand die 28. Jahrestagung der DGA an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg statt. Das Veranstaltungsprogramm war mit zahlreichen Vorträgen über die Hörtechnik und Audiologie zum Thema „Von der Präzisionsaudiologie zur Praxis“ gefüllt.
Das Graduiertenkolleg HEARAZ war vor allem am ersten Veranstaltungstag stark vertreten durch Vorträge, Tutorials und Sitzungsvorsitze der PIs Tanja Schultz, Tania Zieschang, Birger Kollmeier, Andreas Hein, Andreas Radeloff und Mark Schweda.
Die PhDs nahmen an zahlreicher dieser Veranstaltungen über die 3 Tage hinweg teil. Die Pausen und die Abendveranstaltung am Mittwoch, sowie das Junior Lunch am Freitag wurden von ihnen zum Vernetzen und Austausch genutzt. Vincent Gräfen war zu dem mit seinem Poster „Ear-level Biosensor technology and its application for networked technical assistance systems” in der Poster Session vertreten.

Februar 2026: Winter-Retreat
Vom 9. bis zum 11. Februar fand unser Winter-Retreat in Varel statt. Auch dieses Mal standen die Doktorarbeiten der Promovierenden im Vordergrund. Während der Poster-Sessions und in den Supervisory-Meetings wurden die aktuellen Projektstände und weitere Schritte intensiv diskutiert. Ein weiteres Highlight war der Besuch unseres Gastredners Prof. Dr. Gordon Cheng, der spannende Einblicke in seine Forschungsgebiete gab.

Anfang 2026: Lab Visit am NeuRA Institut in Sydney
Anfang des Jahres reiste Lea Feld, gefördert durch ein DAAD-Forschungsstipendium, für zwei Monate ans Neuroscience Research Australia (NeuRA) Institut in Sydney. Im Mittelpunkt stand ihr Promotionsprojekt: Sie untersucht, wie sich Gangstörungen wie Ausrutschen und Stolpern über einen im Ohr getragenen Sensor erfassen lassen, um Sturzrisiken bei älteren Menschen frühzeitig zu erkennen. Da die Reaktion auf solche Gangstörungen eng mit dem individuellen Sturzrisiko verknüpft ist – und Hörgeräte als ohnehin verbreitete Alltagstechnologie ein unauffälliges Monitoring ermöglichen – bietet dieser Ansatz großes Potenzial für die Sturzprävention im Alltag.
Am NeuRA Institut hatte Lea die Möglichkeit, ihren Algorithmus zur Erkennung von Gangstörungen unter realistischeren Bedingungen zu evaluieren: Neben Messungen auf einem Perturbationslaufband wurden Versuche auf einem speziellen Walkway durchgeführt, bei dem rutschige Platten oder hochklappende Elemente gezielt Ausrutsch- und Stolperereignisse erzeugen (siehe Bild). Die Ergebnisse werden derzeit zu einer Publikation ausgearbeitet.

Neben den fachlichen Erfahrungen war der Aufenthalt vor allem eines: ein echtes Highlight. Das Team hat Lea vom ersten Moment an so herzlich aufgenommen, dass sie sich sofort angekommen fühlte. Morgendliche Schreibsessions, Tischtennis in der Mittagspause und spontane Strandausflüge nach Feierabend wurden ganz schnell zu einer Art Alltag, der sich eher wie ein kleines Abenteuer angefühlt hat.
Und dann Australien selbst: eine Natur, die jeden Tag aufs Neue überrascht. Begegnungen mit Tieren, die man sonst nur aus Dokumentationen kennt, und eine unglaubliche Vielfalt an Vögeln, deren Stimmen den Weg zur Arbeit begleitet haben. Diese Mischung aus Offenheit, Leichtigkeit und lebendiger Umgebung hat den Aufenthalt zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Dezember 2025: Auftakttreffen des Hearaz-Forschungsbeirats
Am 11. Dezember 2025 trat der Forschungsbeirat des Graduiertenkollegs HEARAZ erstmals an der Universität Oldenburg zusammen. Das Auftakttreffen markierte den Beginn einer engen Zusammenarbeit zwischen den Forschenden und den Mitgliedern des Forschungsbeirats, deren Perspektiven und Erfahrungen eine zentrale Rolle bei der Ausgestaltung der HEARAZ-Forschungsprojekte spielen.
Im Rahmen des Treffens wurden das Graduiertenkolleg HEARAZ vorgestellt sowie die Ziele und Aufgaben des Forschungsbeirats diskutiert. Den Abschluss bildete ein Ausblick auf zukünftige Aktivitäten und die fortgesetzte Einbindung des Forschungsbeirats in die HEARAZ-Projekte.
November 2026: Nacht der Biosignale
Die „Nacht der Biosignale“ fand am 7. November statt. Auch fünf HEARAZ-Professoren nahmen an der Veranstaltung teil. Die Aufzeichnungen der Vorträge können auf der Youtube-Seite des Fachausschusses Biosignale angesehen werden.
Beiträge von HEARAZ:
- Prof. Hein & Prof. Schultz: Ohrganisiert – das Ohr als digitale Schaltzentrale
- Prof. Radeloff: Vom gesunden Ohr zum Hörimplantat
- PD Dr. Brütt: Messen und mitgestalten – Citizen Science und Biosignale
- Prof. Kollmeier: Von Hörgeräten und Hearables bis zum smarten Gesundheits-Babelfisch am Ohr

HEARAZ-Kolloquium
Oktober 2025: Teilnahme an der IEEE-EMBS International Conference on Biomedical and Health Informatics
Einer unserer assoziierten PhD-Studierenden konnte vom 26. bis 29. Oktober 2025 an der IEEE BHI 25 Konferenz teilnehmen. Dort präsentierte er ein Poster über die radarbasierte Schlaf-Wach-Klassifizierung bei Patienten mit akutem Schlaganfall. Es fanden positive Gespräche mit den Besucher:innen des Posters statt und es war ein breiter Austausch von Ideen und Netzwerken mit zahlreichen Teilnehmenden möglich.

September 2025: HEARAZ Summer School in Leer
Vom 3. bis 5. September fand die erste Summer School des Graduiertenkollegs im Ostfriesen-Hof in Leer statt. Über drei inspirierende Tage wurden Ideen ausgetauscht, interne Entwicklungen diskutiert und die zukünftige Ausrichtung des GRKs besprochen. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Posterpräsentation, bei der alle Promovierenden ihre Arbeiten vorstellten und wertvolles Feedback von den PIs erhielten. Den Abschluss bildete ein geselliger Abend mit traditionellem Kegeln, der eine entspannte Gelegenheit bot, sich auch außerhalb des akademischen Umfelds kennenzulernen.

Juli 2025: Teilnahme an der 1st Oldenburg Open Science Conference
Am 18. Juli nahmen vier Doktorandinnen des HEARAZ-Graduiertenkollegs an der 1st Oldenburg Open Science Conference teil. Im Rahmen des Programms stellte eine Doktorandin ihre Arbeit in einer Postersitzung mit dem Titel „Exploring the Role of Hearing Assistance Technologies on the Social Health of Individuals in Need of Care and Support: A Scoping Review Protocol“ vor.
Das Poster präsentierte ein präregistriertes Scoping-Review-Protokoll, das untersucht, wie Hörassistenztechnologien von klassischen Hörgeräten bis hin zu Hearables die soziale Gesundheit und Teilhabe von Menschen mit Unterstützungsbedarf beeinflussen können. Besonderes Augenmerk lag auf den Dimensionen sozialer Gesundheit wie Interaktion, Teilhabe, Einsamkeit und Wohlbefinden.
Die Konferenz bot eine wertvolle Gelegenheit, die Bedeutung von Open-Science-Praktiken wie Präregistrierung, methodischer Transparenz und Protokoll-Sharing hervorzuheben. Gleichzeitig ermöglichte sie den HEARAZ-Doktorandinnen den Austausch mit Forschenden aus verschiedenen Disziplinen sowie Diskussionen über Erfahrungen und Strategien zur Umsetzung von Open Science in der Gesundheits- und Pflegeforschung.

Juli 2025: Teilnahme an der IEEE EMBC 2025 in Kopenhagen
Vom 14. bis 17. Juli nahm eine unserer Doktorandinnen an der „IEEE Engineering in Medicine and Biology Conference (EMBC) 2025” in Kopenhagen teil. Im Rahmen des Graduiertenkollegs HEARAZ präsentierte sie ihre Arbeit in einer Postersitzung. Der Titel ihres Beitrags lautete: „Stiffness and Damping in Human Walking Across Different Directions and Walking Trials“.
Ein besonderer Programmpunkt der Konferenz war das Mini-Symposium „Ear-centered sensing for wearable monitoring and interaction“, das sich direkt auf den Schwerpunkt des HEARAZ-Graduiertenkollegs bezog. Die Sitzung umfasste Präsentationen zu Themen wie Ganganalyse, Erkennung menschlicher Aktivitäten, Herzfrequenzschätzung und Personenauthentifizierung anhand von Kauartefakten – all dies unterstreicht die wachsende Rolle des Ohrs als Sensorposition. Die Teilnahme an der Konferenz bot eine wertvolle Gelegenheit, sich mit der aktuellen Forschung auf diesem Gebiet zu befassen, Feedback zu laufenden Forschungsarbeiten zu erhalten und Kontakte zu anderen Forschenden zu knüpfen, die an ähnlichen Themen arbeiten.

Juli 2025: Workshop “Beyond the Lab: Integrating Patient Perspectives into Doctoral Studies”
Die Promovierenden des HEARAZ-Graduiertenkollegs waren zu einem zweitägigen Workshop zum Thema Partizipation von Patient:innen und der Öffentlichkeit („Patient and Public Involvement“ (PPI)) in Gesundheits- und Sozialforschung eingeladen. Organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung von PD Dr. Anna Levke Brütt (Universität Oldenburg) zusammen mit Dr. Elspeth Mathie und Prof. Julia Jones von der University of Hertfordshire, England. Am Veranstaltungsort, dem Hanse-Wissenschaftskolleg in Delmenhorst, lernten alle gemeinsam Theorie und Praxis von PPI kennen. Der Fokus lag hierbei darauf, Patient:innen und Öffentlichkeit erfolgreich in Forschungsprojekte in Bereichen wie Demenz, kognitive Beeinträchtigung und Psychiatrie zu integrieren. Am zweiten Tag konnten die Promovierenden Ideen entwickeln und präsentieren, wie sie PPI in ihre eigenen Promotionsprojekte einbinden können, gefolgt von individuellem Feedback und Gruppendiskussionen über mögliche Herausforderungen. Der Workshop lieferte wertvolle Einblicke und ebnete den Weg für die Integration von PPI im HEARAZ-Graduiertenkolleg.

Juni 2025: Erstes Treffen des HEARAZ-Praxisbeirats
Direkt im Anschluss an das diesjährige Hearing Instrument Developers Forum in Oldenburg fand das erste Treffen des HEARAZ-Praxisbeirats statt. Daran nahmen sowohl Vertreterinnen und Vertreter des Graduierendenkollegs als auch verschiedener Hörgerätefirmen teil. Im Mittelpunkt standen die Vorstellung von HEARAZ sowie ein erstes Abklopfen gemeinsamer Interessen und möglicher Kooperationsansätze. In diesem Rahmen präsentierten drei Promovierende des Kollegs ihre Projekte und erhielten direktes Feedback aus der Industrie.
Das Treffen bot beiden Seiten interessante Einblicke, sodass bereits für November dieses Jahres ein weiteres Treffen geplant ist.
Ringvorlesung
| Datum & Uhrzeit | Ort | PI | Thema |
| 11.04.2025 – 10:00-12:00 | OL – V03 0-E002 | Hein (& Schultz) | Introduction: Hearables and Overview |
| 25.04.2025 – 10:00-12:00 | OL – A07 0-025 | Zieschang & Radeloff | Clinical Practice: Diseases from a Medical and Nursing Perspective – Geriatrics & ENT |
| 23.05.2025 – 10:00-12:00 | HB – CART 0.01 | Schultz & Hein | Technical Fundamentals: Biosignals |
| 06.06.2025 – 10:00-12:00 | OL – W30-0-033/34 | Kollmeier (& Schultz) | Technical Fundamentals: Signal Processing |
| 20.06.2025 – 10:00-12:00 | OL – W30-0-033/34 | Kollmeier | Technical Fundamentals: Hearing Aids & Acoustics |
| 27.06.2025 – 10:00-12:00 | OL – V03 2-A208 | Brütt | Clinical Research Methods: Assessments, Diagnostics, Questionnaires |
| 04.07.2025 – 10:00-12:00 | OL – V03 0-E002 | Hein & Schweda | Clinical Research Methods: Research Data Management & Ethics |
| 08.07.2025 – 08:30-10:00 | online | Wolf-Ostermann | Clinical Research Methods: Study Design |
| 14.07.2025 – 08:30-10:00 | online | Wolf-Ostermann | Clinical Research Methods: Literature Review |
Februar-März 2025: Hearables Workshop
Hearables und wissenschaftliche Studien:
Im Workshop wurden die Grundlagen von Hearables und wissenschaftliche Studien vermittelt. Die Doktoranden entwickelten selbstständig Fragestellungen für mögliche Studien und arbeiteten in Gruppen zusammen, um kleine Studien zu planen, durchzuführen und auszuwerten.
Zusätzlich besuchten die Teilnehmenden das Virtual Reality Lab der Universität Oldenburg.

Dezember 2024: PhD-KickOff Event
Interdisziplinäres Arbeiten:
Beim PhD-KickOff-Event in Varel standen neben der Vernetzung insbesondere Aspekte des interdisziplinären Arbeitens sowie dessen Chancen und Herausforderungen im Fokus.

